Wozu braucht man Farbmanagement?
Früher
wurden hochwertige Bilder nur von Fotografen erstellt. In der heutigen Zeit, die Zeit der Digitalkameras und Fotodrucker,
kann jeder hochwertige Bilder selbst erstellen. Die Kameras haben hoch auflösende Sensoren und Automatikprogramme, die jede
Belichtungssituation unter Kontrolle haben.
Doch vom Fotografieren bis zum fertig ausgedruckten Bild ist es ein weiter
Weg. Das Bild wird unter Zuhilfenahme von Bildbearbei-tungsprogrammen „verbessert“, Unerwünschtes wegretuschiert und Farben
angepasst. Dank der Assistenten und neuen Programmgeneration bleibt der Kreativität keine Tür verschlossen. Dann wird das
fertige Bild auf dem Photodrucker ausgedruckt.
Trotz der Programme sieht das Bild nicht so als, wie das in der Natur
fotografierte Objekt. Dies liegt daran, dass die drei Geräte (Kamera, Monitor und Drucker) nicht richtig auf einander angepasst
sind.
Ein Bild besteht aus winzig kleinen Punkten, für die jeweils ein Farbwert gespeichert ist. Diese Digitalisierung
nimmt ein Kamera-Chip im RGB-Farbraum vor. Das ist auch der Farbraum, welchen das menschliche Auge in Rot, Grün und Blau-Anteile
zerlegt, bevor es vom Gehirn wieder zum Gesamtbild zusammengesetzt wird. Der Monitor arbeitet ebenfalls mit dem RGB-Farbraum,
jedoch kann er nicht die ganz feinen Farbnuancen darstellen.
Wird dann das Bild über den Drucker ausdruckt, müssen
die Lichtfarben in Druckfarben umgewandet werden. Die Handelsüblichen Drucker verwenden dazu die CYMB-Farbtabelle, also Cyan,
Gelb, Magenta und Schwarz. Das Papier wird somit durch 4 bis 8 Farbkartuschen betröpfelt und nicht mit dem gesamten Lichtspektrum
belichtet. Dadurch entstehen ungewollte Farbabweichungen.
Im Monitor werden die RGB-Farben anhand von Standard-Farbtabellen
umgerechtet, dementsprechend ungenau ist das Ergebnis. Um ein besseres Ergebnis erzielen zu können müssen die drei Geräte
aufeinander abgestimmt werden. Das ist die zentrale Aufgabe des Farbmanagements. Hochwertige Geräte liefern meistens entsprechende
Profile für das jeweilige Gerät mit, die in das Betriebssystem eingebunden werden.
Kameras, Scanner und Drucker arbeiten
nahezu konstant, wenn es um Farbwiedergabe geht, Monitore nicht. Diese unterliegen einer schleichenden Abnutzung. Von daher
sind ihre mitgelieferten Farbprofile nur ein Anhaltspunkt und müssen regelmäßig aktualisiert werden. Für diese Aktualisierung
benutzt man ein „Colorimeter“. Das ist eine Messsonde, die im Zusammenspiel mit spezieller Software die Farbwerte des Monitors
ausmisst und eventuelle Farbstiche oder Leuchtkraftverluste ausgleicht. Damit bleibt die Farbwiedergabe am Monitor konstant.
Wenn der Monitor richtig eingestellt ist, muss jetzt noch der Drucker richtig Profiliert werden. Oft entspricht der
Ausdruck dem Monitorbild wenn das mitgelieferte Profil vom Drucker eingebunden ist, was aber tun wenn kein Profil im Lieferumfang
war oder nachträglich kalibriert werden muss – zum Beispiel beim Einsatz hochwertiger Fine Art-Fotodruckpapiere.
Für
solche Fälle gibt es Spezialsoftware die das Bildbearbeitungs-programm dabei unterstützt, RGB-Farbilder für die Ausgabe farbrichtig
umzuwandeln. Die Druckerabstimmung selbst ist denkbar einfach: Man druckt ein spezielles Testbild aus und scannt es anschließend
wieder ein. Die Software analysiert die Farben, speichert ein Profil davon und anschließend kann man auch jedes andere Bild
farbecht ausgeben.
|